1. Mannschaften
Ein Spiel darf erst dann begonnen werden, wenn jede Mannschaft über mindestens vier spielbereite Spieler (drei Feldspieler und einen Torwart) verfügt. Neu ist, dass das Spiel nicht mehr abzubrechen ist, wenn die Zahl der zur Verfügung stehenden Spieler während des Spiels auf weniger als vier absinkt.
2. Spielerwechsel
Jede Mannschaft darf maximal zwölf Spieler einsetzen. Neu ist, dass Spielerwechsel, analog zum Feldhockey, nun jederzeit erfolgen dürfen (fliegender Wechsel) außer in dem Zeitraum zwischen der Verhängung einer Strafecke und deren Beendigung. In diesem Zeitraum darf nur der Torwart der verteidigenden Mannschaft im Falle seiner Verletzung oder seines Ausschlusses vom Spiel ausgewechselt werden.
3. Bully
Die Durchführung eines Bullys wurde dahingehend geändert, dass die Freigabe durch Pfiff des Schiedsrichters erfolgt und anschließend jeder der beiden beteiligten Spieler nur noch einmal zuerst mit dem Stock den Boden rechts vom Ball und anschließend den Stock des Gegenspielers mit der flachen Seite des eigenen Stockes über dem Ball berühren muss. Danach ist es jedem der beiden Spieler erlaubt, den Ball sofort zu spielen.
4. Abschlag / Freischlag
Neu ist, dass Freischläge gegen die Angreifer für ein Vergehen im Schusskreis und Abschläge nicht mehr ausschließlich innerhalb des Schusskreises ausgeführt werden müssen. Freischläge bei Fehlern der angreifenden Mannschaft und Abschläge erfolgen an einer beliebigen Stelle im Schusskreis oder von einer Stelle, die bis zu 9,10 m von der Grundlinie entfernt auf einer Vertikalen zu dem Punkt liegt, an dem der Fehler der Angreifer erfolgte oder der Ball die Grundlinie überschritten hat. Bei Ausführung innerhalb des Schusskreises dürfen sich Gegenspieler im Schusskreis aufhalten, müssen jedoch einen Abstand von 3 m zum Ball einhalten. Sinn der Neuregelung von 9,10 m ist die Klarstellung, dass Abschläge und Freischläge auch außerhalb des Schusskreises ausgeführt werden dürfen, wenn sie im inneren Bereich des Schusskreises verursacht wurden.
5. Strafverschärfung
Gemäß den DHB-Richtlinien für persönliche Strafen kann ein Freischlag für die Angreifer in der Spielfeldhälfte des Gegners im Falle eines weiteren Regelverstoßes der Verteidiger (Nichteinhalten des vorgeschriebenen Abstands, Wegschlagen des Balls vor der Ausführung) in eine Strafecke umgewandelt werden, jedoch nicht bei Reklamationen. Ebenso kann eine Strafecke wegen Reklamationen der Angreifer nicht in einen Freischlag für die Verteidiger und eine Strafecke wegen Reklamationen der Verteidiger nicht in einen 7-m-Ball umgewandelt werden. In diesen Fällen ist aber eine persönliche Strafe zu verhängen, sofern die Reklamation ein vertretbares Maß überschreitet.
6. Gezogener/eingehängter Ball
Nur bei der Hereingabe einer Strafecke darf der Ball gezogen oder eingehängt werden. In allen anderen Spielsituationen, bei denen der Ball wieder ins Spiel gebracht wird (Mittelanstoß, Abschlag, Freischlag, Seitenbandenaus) ist das am Körper vorbei Ziehen oder Einhängen des Balles („Schleuderball„) verboten. Dies gilt auch für die Ausführung eines 7-m-Balles. Beim normalen Torschuss und beim Umspielen eines Gegenspielers ist das Ziehen des Balles erlaubt. Im laufenden Spiel ist der gezogene Ball lediglich nach seiner Gefährlichkeit zu beurteilen.
7. Strafecke
Die Regeln verbieten nicht mehr, dass sich Verteidiger vor der Hereingabe des Balles am Tor festhalten, ihren Stock oder Oberkörper in der Luft vor das Tor halten oder nach der Hereingabe hinter dem Tor herum laufen. Dabei darf jedoch das Tor nicht verschoben werden.
Nach der Hereingabe muss der Ball vor dem ersten Torschuss den Schusskreis verlassen haben. Der Ball muss nicht mehr angehalten werden und darf bei der Annahme hoch springen, sofern er dadurch nicht gefährlich wird oder die Gegenspieler dadurch benachteiligt werden.
Wenn sich ein Verteidiger bei der Durchführung einer Strafecke im Moment des Torschusses näher als 3 m zum Ball befindet und von diesem unterhalb des Knies getroffen wird, muss eine erneute Strafecke verhängt werden. Wenn sich ein Verteidiger im Moment des Torschusses näher als 3 m zum Ball befindet und oberhalb des Knies getroffen wird, ist dies als gefährlich zu werten und mit einem Freischlag für die verteidigende Mannschaft zu bestrafen.
8. Stocktausch
Spielern ist es nicht erlaubt, in dem Zeitraum zwischen der Verhängung einer Strafecke oder eines 7-m-Balls und deren Beendigung ihren Stock auszutauschen, es sei denn, er entspricht nicht mehr den Vorschriften.
9. 7-m-Ball
Im Rahmen der Angleichung des Regelwerks wurde die Bestimmung, wonach der Schütze bei der Ausführung eines 7-m-Balles einen Schritt nach vorn machen, jedoch seinen hinteren Fuß nicht an dem vorderen vorbeiziehen darf, gestrichen. Damit soll ausgeschlossen werden, dass Fußbewegungen des Schützen hinter dem Ball als zusätzlicher Schritt und damit als Regelverstoß gewertet werden. Nach wie vor muss der Schütze vor der Ausführung mit beiden Füßen in spielbarer Nähe hinter dem Ball stehen und darf diesen erst nach dem Anpfiff des Schiedsrichters spielen. Der Ball darf nicht gezogen oder eingehängt und nur ein einziges Mal berührt werden. Begeht der Schütze einen Fehler, ist ein Freischlag für die Verteidiger zu verhängen.
Der Torwart muss mit beiden Füßen auf der Torlinie stehen und darf diese vor der Ausführung des 7-m-Balles weder verlassen noch einen oder beide Füße bewegen, bevor der Ball gespielt wurde. Verhindert ein Torwart das Erzielen eines Tores dadurch, dass er absichtlich die Torlinie verlässt oder einen oder beide Füße bewegt, bevor der Ball gespielt wurde, ist der 7-m-Ball zu wiederholen. Geschieht dies zum ersten Mal, muss der Torwart zusätzlich mit einer grünen Karte verwarnt werden. War der Torwart bereits vorher verwarnt, ist ihm gemäß den DHB-Richtlinien zur Vergabe von persönlichen Strafen die nächsthöhere Strafe zu geben. Dies gilt auch dann, wenn er bei dem gleichen 7-m-Ball einen weiteren absichtlichen Regelverstoß begeht. Bei jedem anderen Regelverstoß durch den Torwart, der das Erzielen eines Tores verhindert (Abwehr des Balles mit der runden Seite des Stockes), wird ein Straftor verhängt.
Wird während des Spiels ein 7-m-Ball wiederholt, darf sowohl der Torwart als auch der Schütze ausgetauscht werden.